Gedicht der Woche - Juni 2018

Gedicht der Woche - Juni 2018

24. Juni 2018

 

Das einsame Haus

 

Ein Haus steht allein,

weit ab vom Ort,

kennt nur Schatten.

 

Berge davor und dahinter,

ein Bach quält sich durch,

gleich hinter dem Haus.

 

Weit sind die Wege zum Ort,

zu Fuß gegangen,

auch der Weg zur Schule.

 

Idyllisch gelegen,

aus heutiger Sicht,

leben in der Natur.

 

Das Haus aufgegeben.

Gute, alte Zeit?

Nein, eine andere.

 

17. Juni 2018

 

Häuser der Kindheit

 

Vertraut die Häuser um mich,

schaue ich auf die Fenster,

kommen Erinnerungen auf,

wer hinter ihnen wohnte.

 

Gesichter tauchen auf,

lange vergessen,

viele waren schon alt,

als ich noch ein Kind.

 

Leben ziehen vorbei,

viele nur schemenhaft,

die Häuser wecken sie auf,

verschwinden ohne sie.

 

10. Juni 2018

 

Ich will besser leben

 

Wie ist es,

wenn man in fremde Länder geht,

um dort zu bleiben,

nicht weil das Leben bedroht,

nur um besser zu leben?

Ist ein "Wirtschaftsflüchtling"

ein schlechter Mensch?

 

Wanderten nicht auch Deutsche aus,

schon immer, nicht nur heute,

um woanders besser zu leben,

sind das schlechtere Menschen?

3. Juni 2018

 

Nebenan wird gebaut

 

Wir haben unser Haus saniert,

unser kleines Häuschen,

von unten bis oben,

innen und außen,

viel Geld investiert,

wie neu sieht es aus.

 

Doch jetzt rücken Bagger an,

heben eine Baugrube aus,

gleich nebenan,

wo vorher Gärten waren,

beängstigend nah

und riesengroß.

 

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Was kommt da auf uns zu?

Wir wurden nicht informiert.

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