Gedicht der Woche - April 2018

Gedicht der Woche - April 2018

29.04.2018

 

Mein Zuhause

 

Genug bin ich gelaufen,

in den Bergen der Kindheit,

bergauf und bergab,

Tag für Tag.

 

Vollgetankt mit Vergangenheit,

Erinnerungen, nicht zu zählen,

Zeit, zurückzufahren,

in mein Zuhause.

 

Mein Zuhause bist du,

Jahrzehnte nun schon,

zählst mehr als die Berge,

wieder bewusst wurde es mir.

7. April 2018

 

Blick aus dem Fenster

 

Frühlingsanfang,

meldet der Kalender,

doch draußen ist alles weiß.

 

Es stürmt und schneit,

der Himmel grau,

nun herrscht Ausverkauf.

 

Ein Passant müht sich vorbei,

ab und zu ein Auto,

bekleidet mit Schnee.

 

Davor klopfte der Frühling an,

schickte Knospen ans Licht,

Blumen auf die Wiesen.

 

Auch die Vögel ließen sich täuschen,

sangen den Frühling herbei,

wir hörten es gern.

 

Unser vorschnelles Urteil:

Schon wieder kein Winter,

er strafte uns Lügen.

 

Einen Tag später,

der Blick hinaus,

zur gleichen Zeit.

 

Die Sonne strahlt,

der Himmel blau,

trocken die Straßen.

 

Nur Reste von Schnee,

glitzernde Stellen von Eis,

der Wind ruht aus.

 

Der Frühling macht ernst,

weckt Freude in mir,

mich zieht es hinaus.

 

22. April 2018

 

Meine Straße

 

Zuerst war alles fremd,

selbst die Straße,

vertraut dann einige Häuser,

noch nicht die Bewohner.

 

Später ein Erkennen,

beim morgendlichen Gang:

Den kenne ich doch,

der wohnt doch nebenan.

 

Dann folgte ein Nicken,

ein freundlicher Gruß,

schließlich ein Stehenbleiben,

ein Gespräch, ein paar Worte.

 

Jetzt beginnt mein Zuhause,

gehöre ich ein wenig dazu,

bin nicht mehr fremd,

spreche von meiner Straße.

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