Psychogramm einer Liebe

Seligkeit

 

Spiel und Lust.

Lüsternes Spiel.

Kein Du.

Kein Ich.

Nur Wir.

 

Vergessen

Raum und Zeit.

Sekunden nur,

doch Seligkeit.

 

 

 

Wenn du bei mir bist

 

Wenn du bei mir bist,

ist alles leicht.

Dann lebe ich wirklich.

Alles fällt ab von mir,

wird unwichtig und klein.

 

Dich sehen und spüren,

in deine Augen schauen,

dein Näschen küssen!

Schön,

wenn daraus

Verlangen erwächst.

 

 

 

Vom Warten

 

Ein paar Tage mit dir.

Ich weiß nicht, wie das ist.

Für uns gibt es nur Stunden,

dazwischen endloses Warten.

Manchmal verzweifle ich.

 

 

 

Immer beisammen

 

Aufstehen mit dir.

Zubettgehen mit dir.

Tag für Tag.

Immer und immer.

Wie wäre das schön!

 

 

 

Die Liebe und das Alter

 

Jahrzehnte währt unsere Liebe,

unser Verlangen hörte nicht auf.

Erfahrener wurden wir,

lernten fleißig und begierlich,

was noch hungriger und wilder macht

und wie man es treibt.

Doch verlernten wir nicht das Zarte.

Pflicht war es nie.

Da endet eine Liebe.

 

 

 

Zwei Leben

 

Wie war das vor dir,

das Leben ohne dich,

wo ich schon ein Leben

lebe mit dir?

Du schenktest mir

ein zweites Leben.

 

 

 

Die Sprache der Hände

 

Reich ist die Sprache der Hände.

Wenn Hand in Hand wir gehen,

Hände haltend sitzen beieinander,

braucht es keine Worte.

Sie können nicht sagen,

was die Hände sprechen.

Und erst die Sprache der Hände,

wenn wir beieinander liegen.

Wortlos glücklich sind wir dann.

 

 

 

Wann

 

Der Schlaf meidet mich,

lässt mich in Nächten

mit tausend Gedanken allein.

 

Lägst du neben mir,

könnte ich deinen Atem hören,

deine Wärme spüren,

zöge Ruhe in mich ein.

 

Die Tage sind gefüllt mit Müdigkeit.

Wann liegst du neben mir,

schenkst erquickenden Schlaf?

 

 

 

Ein Leben lang

 

Ein Leben lang waren wir unterwegs,

immer auf dem Weg zu uns,

dabei uns immer nah,

doch erreichten uns nie ganz.

Immer blieb ein Stück Weg.

Wir gehen weiter aufeinander zu.

Werden wir uns je erreichen?

 

 

 

Oh, oh, du fehlst

 

Oh, oh, du fehlst.

Schon wieder bin ich allein,

heißt es warten.

 

Schon immer war es so,

wird weiter so bleiben,

bis an mein Ende.

 

Doch warte ich weiter.

Du kommst ja wieder.

Du brauchst mich auch.

 

Auch ich fehle dir.

Wir leiden beide.

Unsere Liebe ein Geheimnis.

 

 

 

Alles ist gut

 

Nun bin ich bei dir,

und alles ist gut,

ein Ende hat das Warten.

Angelangt bin ich,

endlich am Ziel.

 

Das Ziel warst du.

Nun lege ich die Hände in den Schoß,

denn meine Kraft ist aufgezehrt.

Alt bin ich geworden, mein Haar ist weiß,

doch jung geblieben unsere Liebe.

 

Werde ich das einmal sagen können?

 

 

 

Warten am Fenster

 

Er steht am Fenster,

und blickt hinaus,

wartet auf sie,

will da sein,

wenn sie kommt.

Selten ist das

und ungewiss.

So verstrich sein Leben.

 

 

 

Ich komme vorbei

 

„Ich komme vorbei

Du weißt, ich habe nie Zeit,

doch reicht es für einen Kaffee.“

 

Gewohnheit ist es geworden,

gewachsen in vielen Jahren,

in denen noch Hoffnung bestand,

die Zeit reiche für mehr.

 

Die Hoffnung ist gestorben,

wir trauern nicht einmal mehr.

Jeder Traum hat ein Ende,

die Wirklichkeit löst ihn auf.

 

 

 

Eine Liebe stirbt

 

Eine Liebe stirbt,

hält doch nicht ewig,

wie wir geglaubt.

 

Doch lässt sie sich Zeit,

welkt langsam dahin,

kaum, dass wir es merken.

 

Dann ist sie tot,

ratlos sind wir,

überrascht vom Ende.

 

Fast sterben wir mit.

Fast.

Das Leben geht weiter.

 

 

 

Trennungsschmerz

 

Die Trennung schmerzt,

nach einem Leben voller Liebe.

Schmerz für den Leib und die Seele.

Wo wohnt er genau?

 

Wie es scheint überall.

Sitzt er wirklich im Herzen,

wie es heißt:

Mir bricht es das Herz?

 

Ich erlebe es gerade.

 

 

 

Einsicht

 

Wir vergessen zu schnell,

was wir Schönes erlebt,

zur Gewohnheit wird es,

wir verlieren das Maß.

 

Wie war ich in dein Näschen verliebt!

Wie oft küsste ich es!

In deinen Augen sah ich das Glück,

fand dafür unzählige Worte.

 

Wie konnte ich das vergessen.

Und darüber dich?

So vieles gab es,

was mich beglückt.

 

 

 

Wir fanden uns wieder

 

Erkaltet war unsere Liebe,

hatte ein Leben gehalten,

dann fehlte die Wärme von einst.

 

Wir wollten finden, woran es lag,

sprachen uns aus, hörten uns zu.

Oh, viel gab es zu sagen!

 

Manches tat weh.

Doch wir fanden uns wieder,

auch unsere Liebe.

 

180 Seiten, 13,90 €

ISBN-13: 978-3-95631-511-4

 

Leseprobe

 

Psychogramm einer Liebe

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